Glossar

Shantung-Baumwolle シャンタン

Shantung-Baumwolle – in Japan oft kurz Shantan oder auch Tsumugi-Momen genannt – ist ein besonderes Baumwollgewebe. Es imitiert die elegante Optik und Haptik von Wildseide, behält dabei aber die Robustheit und Pflegeleichtigkeit von reiner Baumwolle (Momen).

Die Besonderheit: Lebendige Struktur

Im Gegensatz zu glatter Standard-Baumwolle wird bei Shantung mit sogenannten Flammgarnen gearbeitet. Diese Garne weisen unregelmäßige Verdickungen auf. Webtechnisch werden diese ungleichmäßigen Fäden meist als Schussfaden eingewoben. Dadurch entsteht die charakteristische, leicht gerippte Struktur und eine lebendige Oberfläche mit kleinen „Knötchen“. Dieser Effekt ist eine bewusste Hommage an Tsumugi, einen traditionellen und kostbaren japanischen Seidenstoff.

Warum für Furoshiki?

Für unsere großen Tücher ist dieses Material technisch überlegen:

  • Der Griff: Das Gewebe ist griffiger. Knoten halten deutlich besser und rutschen nicht auf.
  • Die Optik: Durch den matten Schimmer wirken Farben tiefer und hochwertiger.
  • Die Pflege: 100 % Baumwolle – waschbar, langlebig, atmungsaktiv.

Wakaba-Baumwolle 若葉

Der Begriff Wakaba bedeutet wörtlich „junge Blätter“. In der Welt der Tenugui bezeichnet dies eine spezielle, hochwertige Webart, die eigens entwickelt wurde, um Weichheit mit hoher Funktionalität zu verbinden.

Sarashi und Textur

Das Grundmaterial ist gebleichte Baumwolle (Sarashi). Bei der Wakaba-Webung werden besonders feine Garne so verarbeitet, dass der Stoff griffig genug für den täglichen Gebrauch ist, sich aber gleichzeitig sanft auf der Haut anfühlt. Eine einzigartige Eigenschaft: Der Stoff wird mit jeder Wäsche noch weicher, ohne seine Struktur zu verlieren.

Warum für Tenugui?

  • Farbaufnahme: Die Faser nimmt Pigmente tief auf – für brillante Muster ohne „harten“ Farbauftrag.
  • Saugfähigkeit: Wakaba saugt Feuchtigkeit extrem schnell auf und trocknet ebenso rasch wieder ab.
  • Hautfreundlichkeit: Dank Eco-Bleach und feiner Webart ideal für empfindliche Haut.

Yokohama Nassen 横浜捺染

Nassen bezeichnet das Bedrucken von Textilien. Hamamonyo nutzt speziell die traditionelle Technik des Yokohama Nassen, die sich über 120 Jahre in der Hafenstadt Yokohama entwickelt hat und ursprünglich für Seidenschals weltberühmt wurde.

Präzision durch Schablonen

Bei diesem Verfahren wird Farbe durch feine Schablonen (Kata) auf den Stoff aufgetragen. Das Besondere: Für jede einzelne Farbe im Design wird eine eigene Schablone benötigt. Bei komplexen Motiven müssen bis zu 10 verschiedene Schablonen nacheinander millimetergenau ausgerichtet werden. Ein Prozess, der enorme handwerkliche Erfahrung erfordert.

Warum Nassen statt Chusen?

Während die klassische Tauchfärbung (Chusen) oft unscharfe Verläufe erzeugt, ermöglicht Yokohama Nassen gestochen scharfe Linien und lebendige Farben. Nur so können die detailreichen Motive (wie feine Schneemeisen oder Blüten) auf Stoff gebracht werden. Zudem bleibt der Stoff atmungsaktiv, da die Farbe in die Faser eindringt und nicht als Schicht obenauf liegt.

Wataoru 和タオル

Der Begriff Wataoru ist eine Wortschöpfung aus dem Japanischen Zeichen Wa (和 = Japan/Harmonie) und dem Lehnwort Taoru (Towel/Handtuch). Er bezeichnet eine moderne Hybrid-Webart, die das Beste aus zwei Welten verbindet.

Das Hybrid-Gewebe

Ein Wataoru besteht aus zwei unterschiedlichen Seiten, die fest miteinander verwoben sind:

  • Vorderseite (Gaze): Ein glattes, feines Baumwollgewebe (ähnlich einem Tenugui). Diese Seite ist ideal für den brillanten Textildruck und fühlt sich sanft auf der Haut an.
  • Rückseite (Frottee): Hier befinden sich saugfähige Schlingen (Pile). Sie sorgen dafür, dass das Tuch Feuchtigkeit effizient aufnimmt, wie man es von einem klassischen Handtuch gewohnt ist.

Warum Wataoru?

Klassische Frottee-Handtücher sind oft dick und brauchen lange zum Trocknen. Tenugui sind extrem dünn, aber für manche Anwendungen zu wenig "flauschig".
Das Wataoru löst dieses Problem: Es ist deutlich dünner und platzsparender als westliche Handtücher, trocknet schneller, bietet aber trotzdem die gewohnte Saugkraft von Frottee.